Adam-und-Eva-Haus (um 1920)
Adam-und-Eva-Haus und Erzengel (um 1970)

Früher

1568/69 errichtete wahrscheinlich der wohlhabende Glaser Johan Houpman in der Hathumarstraße/Ecke Krämergasse ein Fachwerkhaus, das er durch Schnitzereien im Stil der Weserrenaissance verzieren ließ. Drei Bildfriese zeigen die drei „theologischen“ Tugenden Hoffnung („spes“), Glaube („fides“) und Liebe („caritas“), den Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies (unten), die Namen der vier Evangelisten (Mitte) und Grimassen schneidende Spottfiguren (oben).

Wohl 1778 baute man das Adam-und-Eva-Haus im barocken Stil um. Das Dielentor wurde zur Haustür verkleinert, das Dachgiebeldreieck zum Krüppelwalm, wobei der obere Schnitzbalken verschwand (und zu einer Truhe umgearbeitet wurde). Die Fenster wurden symmetrisch neu geordnet.

1598/99 entstand als Nachbargebäude ein weiteres Ackerbürgerhaus. 1849 wurde hier eine Schankwirtschaft eingerichtet. Lange blieb diese im Volksmund der „Erzengel“, was an die Familie Gabriel erinnert, die diese Schänke („Zum Erzengel“) seit dem 19. Jh. Jahre führte.

Heute

Nach 1945 war das (beschädigte und wiederhergestellte) Adam-und-Eva-Haus das älteste noch erhaltene Bürgerhaus mit Fachwerkschmuckgiebel, doch es wurde vernachlässigt und baufällig. Nachdem es einzustürzen drohte und 1972 in Brand geraten war, konnte die Stadt Paderborn das Gebäude erwerben. Es wurde 1974/75grundlegend renoviert. Der Schnitzbalken unter dem First kehrte als Plastikabguss auf seinen angestammten Platz zurück. Zum 1200-jährigen Stadtjubiläum zog 1977 das Museum für Stadtgeschichte ein.

Die Stadt Paderborn konnte auch das Nachbargebäude - den „Erzengel“ - ankaufen. Es wurde ebenfalls restauriert und 1979 in den Museumskomplex integriert. Während im Adam-und-Eva-Haus die Stadtgeschichte chronologisch dargestellt wurde, bot der Erzengel Raum für Wechselausstellungen und Sonderabteilungen. Im Erdgeschoss eröffnete erneut eine Gastwirtschaft.

Adam-und-Eva-Haus (li.) und Haus Erzengel (re.)

Im Rahmen einer Neukonzeption der Paderborner Museumslandschaft wurde das Stadtmuseum im Adam-und-Eva-Haus 2014 geschlossen. (Es öffnete neu 2017 in den modernen Räumen am Abdinghof). In das Adam-und-Eva-Haus wird die Verwaltung der nahen Stadtbibliothek einziehen.